Madame

NameMadame
ID-NummerID 26/013
Geschlechtweiblich
Geburtsdatumgeb. ca. 06/2018
RasseEKH
Farbeschildpatt
Eigenschaftensozial
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ Handicaps

Die eigenen Grenzen zu erkennen, ist eine der wichtigsten Regeln im Tierschutz. Groß ist der Wunsch, allen helfen zu wollen, doch er wird sich niemals erfüllen. Hält man ungeachtet der gegebenen Möglichkeiten und Ressourcen dennoch an diesem unrealistischen Plan fest, dann werden Tierschützer zu Tierquälern.

Eine ältere Frau, die in sicherlich ursprünglich guter Absicht, Katzen von der Straße holte und diese in Ermangelung einer artgerechten Unterbringungsmöglichkeit, in einer verlassenen und baufälligen Bar zusammenpferchte, brachte ihren „Schützlingen“ unendlich großes Leid. Als die Frau starb, wurden alle Tiere von einer Perrera abgeholt und einem traurigen Schicksal zugeführt. Drei Katzen wurden allerdings bei der Einfangaktion übersehen und zurückgelassen. Eine Hundepflegestelle unseres Partnertierheims, die in der Nähe wohnte, erfuhr von dem armen Trio und setzte alle Hebel in Bewegung, um sie zu retten.

Die drei Katzendamen, die sich alle im besten Katzenalter befanden, wurden entsprechend Lady, Madame und Miss genannt und im Tierheim aufgenommen.

Immer in der Angst, es würde ihr Schlimmes widerfahren, wagte Madame (geb. ca. 06/2018) kaum zu atmen, als sie in der Tierklinik zunächst medizinisch durchgecheckt wurde. Sie ließ stocksteif und mit riesengroßen Augen die Untersuchung über sich ergehen. In Anbetracht ihrer entbehrungsreichen Vergangenheit, war Madame in einem wirklich zufriedenstellenden Gesundheitszustand. Nur ihr Fell war stark verfilzt und bereitete ihr zusätzliches Unbehagen. Um ihr das ziepende Auskämmen der verknoteten Unterwolle zu ersparen, wurde kurzerhand der gesamte Rücken geschoren. Madame verspürte zum ersten Mal Erleichterung und in ihrer Quarantänebox befand sich ja auch schließlich kein Spiegel, der ihr den Fauxpas der Friseurkunst hätte vor Augen führen können.

Noch besser ging es Madame, als sie schließlich nach Ablauf der Quarantänezeit in ein Katzengemeinschaftszimmer einziehen durfte. Zum einen gab es hier endlich viele Versteckmöglichkeiten, die sie sofort nutzte, zum anderen gaben ihr aber auch die anderen Katzen das sichere Gefühl, in einer kleinen Schicksalsgemeinschaft wohlwollend aufgenommen zu werden. Das Zusammenleben mit vielen Artgenossen war sie ja schließlich gewohnt. Madame ist eine ausgesprochen sozial eingestellte Katze, die keinerlei Probleme hat, sich in eine Katzengruppe einzufügen und sich friedlich und freundlich zu verhalten. Auch im neuen Zuhause sollte sie daher mindestens ein liebes Samtpfötchen als Gesellschaft bekommen, das ihr noch ein paar Tipps und Kniffe im Zusammenleben mit Menschen beibringt und ihr die Skepsis nimmt.

Madame wird, bis sie sich so richtig vertrauensvoll öffnen kann, sicherlich noch einiges an Zeit benötigen. Sie wird immer einen Schritt nach vorne, aber aus Angst vor der eigenen Courage auch immer wieder einen halben Schritt zurück machen. Nun – auch so bewegt man sich in die richtige Richtung, nur halt etwas langsamer. Menschen, die sie auf diesem Weg mit viel Liebe und Geduld begleiten und ihr das sichere Gefühl geben, dass sie jederzeit kommen darf aber nicht kommen muss, dürfen sich auf ein ganz wundervolles Katzengeschöpf freuen. Denn in ihrem Innersten ist Madame eine richtige Schmusekatze, die Liebkosungen sehr gern hat. Auf das Angebot zarter Kraulmassagen reagiert Madame sehr genießerisch. Niemals zeigt sie eine Gegenwehr mit der Pfote oder lässt einen Faucher vernehmen. Madame besitzt passend zu ihrem Namen die allerbesten Manieren und wird mit ihrem sanften Wesen eine ausgesprochen angenehme und lebensbereichernde Katzengefährtin sein. Der Haushalt sollte ihr allerdings Ruhe und Stabilität bieten. Kleine Kinder oder viel Trubel wären für unsere sensible Madame nicht geeignet.

Ihre große Reise kann nun beginnen. Madame ist kastriert, geimpft, negativ auf FIV und FeLV getestet, sie trägt brav ihren Mikrochip und ihr EU-Heimtierausweis liegt griffbereit in ihrer Handtasche. Und bis der Bus sich in Bewegung setzt, wird auch ihr wunderhübsches Schildpatt-Pelzchen wieder nachgewachsen sein und seidig glänzen.

Madame – sei die Heldin deines Lebens – nicht das Opfer!

Madame freut sich auch über liebe Paten, die ihre Versorgung finanziell unterstützen.