Bagui
| Name | Bagui |
| ID-Nummer | ID 26/088 |
| Geschlecht | weiblich |
| Geburtsdatum | geb. ca. 10/2019 |
| Rasse | EKH |
| Farbe | schildpatt |
| Eigenschaften | keine Einzelhaltung |
| Haltungsform | Wohnungshaltung |
| Krankheiten/ Handicaps | – |
Wie so viele unserer Katzen lernten wir Bagui (geb. ca. 10/2019) in einer der von Tierschutzkollegen betreuten Kolonien für herrenlose Katzen kennen. Manche Katzen kommen sofort angelaufen, wenn es Fresschen gibt, einigen sind Streicheleinheiten wichtiger, als ein gefüllter Napf, und wiederum andere halten sich am Rand der Kolonie auf und warten ab. Zur letzten Gruppe gehört Bagui. Auch wenn sie uns nicht von ihrer Vorgeschichte berichten kann, so erzählen kleine Details in ihrem Verhalten auch ohne Worte von ihrer Vergangenheit – und die war sicherlich nicht schön, denn sonst wäre sie wohl kaum hier. „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.“ Diese Redewendung trifft umfänglich auf Bagui zu, denn sie beobachtet erst einmal ganz genau, bevor sie sich heranwagt. Und in einem dieser Momente konnte sie schließlich eingefangen und ins Tierheim gebracht werden, denn ihre tapfere Suche nach einem besseren Leben sollte endlich von Erfolg gekrönt werden.
Im Tierheim angekommen, durchlief Bagui wie alle Neuankömmlinge die medizinische Eingangsuntersuchung, die zum Glück sehr erfreulich ausfiel. Daran schloss sich die obligatorische Quarantänezeit ohne Kontakt zu anderen Artgenossen an, die vielen sozialen Katzen wie auch Bagui nicht leichtfiel. Doch auch die bedrückende Zeit der Isolation hatte endlich ein Ende und wurde mit einem Umzug ins Gemeinschaftszimmer belohnt. Hier blühte Bagui regelrecht auf und ihre Befürchtung, dass sich ihr Leben in der kleinen Edelstahlbox der Quarantänestation sogar noch zum Schlechteren gewandelt hatte, löste sich in Luft auf.
Bagui ist eine sehr gesellige Katze, die das Miteinander mit Artgenossen nicht nur schätzt, sondern auch für ihr Wohlbefinden unbedingt benötigt. Mit ihrer Ausgeglichenheit und Verträglichkeit, die sie bereits in der Kolonie mit so vielen anderen Katzen unter Beweis gestellt hatte, war sie im Tierheim ein gern gesehenes neues Mitglied der Katzengruppe. Bagui sollte daher unbedingt mindestens ein liebes Samtpfötchen als Gesellschaft bekommen, um gemeinsam all die schönen Dinge tun zu können, die ein Katzenleben bereichern: Kletterbäume zu besteigen, auf Catwalks zu balancieren, zusammengekuschelt ein Nickerchen zu machen und auf einem gesicherten Balkon sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und die warmen Sonnenstrahlen zu genießen.
Menschen begegnet Bagui zunächst mit neugieriger Zurückhaltung, so als würde sie überlegen, ob es sich dieses Mal lohnt, zu Vertrauen ohne wieder enttäuscht und im Stich gelassen zu werden. Was Bagui davon überzeugen kann, dass es sich um die richtigen Menschen handelt, ist, sich ruhig zu nähern, ihr die Hand als Zeichen der Freundschaft hinzustrecken und die Fingerspitzen sich ihren Weg in Bagui wundervolles Fell bahnen zu lassen. Denn berührt man unser Schätzchen ganz sanft, dann bröckelt ihre Schutzmauer sofort und ein zartes Streicheln bringt sie vollends zum Einsturz. Bagui sehnt sich so sehr nach den schmerzlich vermissten Liebkosungen, dass sie sich an die Beine schmiegt, das Köpfchen hebt und immer noch mehr von den begehrten Streicheleinheiten einfordert. Als würde sie sich erinnern, wie es früher war, geliebt zu werden. Auch wenn Bagui nicht verstehen kann, wieso sie verlassen wurde – kein Wunder, denn auch wir verstehen das nicht – hegt sie keinerlei Groll, sondern gibt jedem Menschen die Chance, ihr Lieblingsmensch zu werden.
Bagui ist die Koseform für Baguira. Freunde des Dschungelbuchs von Rudyard Kipling kennen den Namen Baghira (in der deutschen Schreibweise) von dem klugen und weisen Panther. Doch der Legende nach (nachzulesen auf unserer Homepage), ist eine Schildpatt-Katze ursprünglich eine schwarze Katze gewesen, in deren Fell sich Sonnenstrahlen verfangen haben. Auch bei unserer Bagui(ra) setzen sie wunderhübsche Lichtreflexe und machen sie zu einer atemberaubenden Schönheit.
Bagui ist nun zu verstehen bereit, dass das Verlassenwerden nur ein Kapitel in ihrem Lebensbuch war, aber nicht das Ende. Und auf das Happy End möchte sie jetzt so schnell wie nur irgendwie möglich zusteuern und hat sich bestens darauf vorbereitet. Sie ist kastriert, geimpft, negativ auf FIV und FeLV getestet und mit Mikrochip und EU-Heimtierpass jederzeit abreisebereit.
Bagui trägt die Sonne nicht nur im Fell, sondern im Herzen.
Bagui freut sich auf Marita H.






















