Ich hatte schon immer ein Herz für Katzen, die niemand wollte.
Vor 4 Jahren habe ich eine sehr sehr ängstliche Katze aus Bulgarien adoptiert, Sally. Leider hat sie mich nach nur 3,5 Jahren verlassen müssen. Es ging alles so plötzlich, wahrscheinlich eine Sepsis. Die Zeit mit ihr war kurz, aber sie hat mir umso stärker gezeigt wie positiv sich Katzen entwickeln können, wenn man das richtige Umfeld schafft.
Mein Freund und ich haben viel von der Zeit mit Sally gelernt und haben gemeinsam beschlossen noch einer Mietze, die es schwer haben wird adoptiert zu werden, ein Zuhause zu geben. Wir haben uns auch bzgl. FIV sehr gut informiert und uns auf die Suche begeben.
Diese Suche hat uns zu Traumkatzen e.V. geführt. Ich habe mich auf der Website ja auf den ersten Blick in Heidi verliebt.
Heidi musste in ihren bisherigen Leben schon einiges erleiden, dabei ist sie erst 5 Jahre alt. Trotz des Lebens in einer betreuten Katzenkolonie hat sich das Leben auf der Straße gerächt.
Sie wurde sehr geschwächt aufgefunden, nach der initialen Behandlung mussten auch alle Zähne raus und der FIV-Test war dann auch noch positiv.
Daraufhin ist sie auf eine Pflegestelle gekommen. Und uns wird Tag für Tag bewusst wie wundervoll ihre Pflegemama war.
Heidi ist zwar schüchtern, aber wahnsinnig menschenbezogen.
Sie vertraut sehr schnell und verzeiht noch schneller. Wir sind uns sicher, dass sie von Menschen in ihren Leben bisher eigentlich nur Liebe erfahren hat und wir wollen dies natürlich fortführen.
Heidi ist kein Fan von anderen Katzen und ist so als ein Einzelkind bei einem Millennial-Paar gelandet, welches hauptsächlich im Homeoffice arbeitet. Verwöhnen ist hier also vorprogrammiert.
Ich kann es kaum glauben, dass Heidi erst seit 3 Monaten bei uns ist. Sie ist eine so kleine und vor allem sehr verschmuste Maus. Sie liebt Streicheleinheiten und ihre mittlerweile 3 Bürsten.
Wer ihr Herz gewinnen möchte, muss nur eine Portion Schlecki mitbringen und sich Zeit fürs Bürsten nehmen.
Auch wenn sie sich regelmäßig auf den Rücken legt und uns anschreit, damit wir sie endlich streicheln, ist sie kein großer Kuschler.
Dennoch will sie immer in der Nähe sein und mittlerweile springt sie zu einem auch aufs Sofa hoch. Manchmal, wenn man besonders viel Glück hat, gibt es leichten Körperkontakt.
Heidis Lieblingsplatz war am Anfang die hohe Vitrine in der Ecke des Wohnzimmers, von wo aus sie alles schön sehen konnte und sich sicher fühlte.
Mittlerweile geht sie nur noch selten hoch, hauptsächlich wenn der Postbote an der Tür ein wenig zu viel Smalltalk für ihren Geschmack hält. Heidi fühl sich mittlerweile so wohl hier, dass sie einfach auf dem großen Flauscheteppich einschläft und in 1 von 3 Fällen tatsächlich in Tiefschlaf verfällt.
Oft raten wir dann, was sie so träumen könnte. Bisher war recht viel Essen dabei, wenn man sich ihre Zungenbewegungen im Schlaf so ansieht.
Ich könnte nicht glücklicher mit Heidi sein. Sie ist 100 % zutraulich, 0 % aggressiv und überhaupt nicht wählerisch beim Essen. Jegliche Pastete wird sofort verschlungen. Auch wenn sie bei jeder Fütterung lautstark behauptet noch nie gefüttert worden zu sein :D.
Und auch wenn unser Sofa ein wenig gelitten hat, habe ich es noch keine Sekunde lang bereut sie zu uns geholt zu haben.
Ich bin sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit bekommen habe Heidi eine Chance zu geben. Und wir werden unser Bestes geben, damit sie ein sehr langes und glückliches Leben hat – trotz der FIV-Diagnose.
Vielleicht inspiriert dieser Bericht den einen oder anderen einer FIV-positiven Katze, oder am besten gleich mehreren, ein Zuhause zu geben. FIV ist kein Todesurteil. FIV-positive Katzen haben bei guter Haltung auch eine normale Lebenserwartung. Regelmäßige Check-Ups, hochwertiges Futter und viel Liebe, mehr braucht es nicht.
Vielen Dank an Traumkatzen, ANAA, das gesamte dazugehörige Team in Spanien und Deutschland, Heidis Pflegemama und die liebe Flugpatin, die es uns ermöglicht hat Heidi schon im Mai zu uns zu holen. Wir können uns wirklich nicht oft genug für Alles bedanken.


































