Bahrein

NameBahrein
ID-NummerID 26/033
Geschlechtmännlich
Geburtsdatumgeb. ca. 10/2019
RasseLanghaar-Mix
Farbegrau getigert
Eigenschaftensozial
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ Handicaps

Animal Hoarding – ein furchtbarer Teufelskreis. Die Sucht Tiere zu sammeln, schafft unglaubliches Leid – für Tier und Mensch. Die aufgrund fehlender Kastration stetig steigende Zahl von Tieren, wächst den betroffenen Menschen förmlich über den Kopf. Krankhaft ist dabei das Unvermögen, dies zu erkennen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein Ehepaar, das mehr als 40 Katzen in einer kleinen Wohnung hielt, konnte mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl überredet werden, die meisten Tiere abzugeben, die inzwischen alle ein schönes Zuhause gefunden und sich prächtig entwickelt haben. Doch unsere Tierschutzkollegen blieben geduldig am Ball und konnten nun nach fast eineinhalb Jahren die (hoffentlich) letzten 13 Katzen aus dieser unzumutbaren Tierhaltung herausholen. Jahrelang erlebten sie nichts als Dreck, Vernachlässigung und Enge und dies hinterlässt natürlich Spuren in einer Katzenseele.

Wer von uns hat sich nicht schon einmal nach einer Trauminsel gesehnt? Auch Katzen haben solche Träume. Ihre Trauminseln sind allerdings viel bescheidener und Palmen wachsen dort höchstens im Blumentopf – ein voller Fressnapf, ein sauberes Klöchen, ein weiches Kuschelbettchen und sanfte Streicheleinheiten sind für sie bereits das Paradies. Alle Animal Hoarder-Katzen erhielten den Namen eines unserer Sehnsuchtsorte – eine Trauminsel für eine Traumkatze.

Bahrein (geb. ca. 10/2019) wurde nach dem aus mehr als 30 Einzelinseln bestehenden Inselstaat Bahrain im Persischen Golf benannt. Mit seinen lebendigen Metropolen und der beherrschenden Wüstenvegetation entspricht Bahrain nicht unbedingt unserer landläufigen Vorstellung von einer einsamen Trauminsel. Bahreins Vorstellung von einem Ort, an dem er gerne leben möchte, entspricht sein insulanischer Namensvetter so ganz und gar nicht. Er sehnt sich nach einem einsamen Eiland mit vielen Artgenossen und – momentan zumindest – ohne Menschen.

Ausnahmslos alle Katzen, die aus dem Animal Hoarding- Haushalt gerettet wurden, waren sehr eingeschüchtert und ängstlich, als sie ins Tierheim kamen. Bahrein jedoch bestand aus purer Angst. Nicht die sanftesten Worte, nicht die köstlichsten Leckerchen vermochten ihm einen Hoffnungsschimmer in seine geschundene Seele zu zaubern und ihm etwas Zuversicht zu geben. Jede Annäherung wurde mit einer panischen Abwehrhaltung quittiert und zu sehen, wie sehr er litt, schnitt einem ins Herz.

Mittlerweile hat Bahrein für seine Verhältnisse große Fortschritte gemacht. Während der Woche hat er sich an die Routinearbeiten der Tierpfleger gewöhnt. Zwar faucht er noch, wenn er seine Individualdistanz unterschritten sieht, jedoch geht er niemals auf Angriffskurs, sondern läuft davon. Laufen ist vielleicht nicht der richtige Begriff. Er drückt sich wie ein tiefergelegtes Auto am Boden entlang und zwischen seinen Bauch und dem Fußboden passt noch nicht einmal eine Briefmarke. Besonders schlimm sind für ihn die Wochenenden, die Besuchstage im Tierheim, an denen er sich am liebsten eine Tarnkappe überstülpen und sich unsichtbar machen würde.

Vor Bahrein liegt ein langer Weg, bis auch er wie seine ehemaligen Leidensgenossen sein neues Leben richtig genießen kann. Und auf diesem Weg sollten ihn ganz liebe und geduldige Menschen begleiten, die es sich zur Aufgabe machen möchten, seine traurigen Erinnerungen wegzustreicheln und seine empfindsame Seele zu trösten. Die beste Hilfe sind liebe und freundliche Artgenossen, denn sie waren in seiner Vergangenheit sein einziger Halt. In ihrer Mitte fühlt er sich sicher und geborgen und ein Leben als Einzelkater wäre für ihn, als würde man ihm den Sauerstoff zum Atmen nehmen.

Versteckte Kuschelhöhlen sind momentan sein liebster Aufenthaltsort und diese sicheren Rückzugsorte sollte man ihm auch reichlich bieten. Doch nach und nach wird seine katzentypische Neugier ihn hinaus in seine Katzenwelt treiben und er wird sein Reich entdecken. Ein gesicherter Balkon mit seinem frischen Luftzug und warmen Sonnenstrahlen wäre bestimmt ein gerne angesteuertes Ziel.

Die Reise wird Bahrein mit Sicherheit wieder einschüchtern, denn er weiß ja nicht, dass er geradewegs ins Glück fährt. Aber die Angst zu überwinden, ist seine Investition in die Zukunft. Bahrein ist kastriert, geimpft, negativ auf FIV und FeLV getestet und mit seinem Mikrochip und seinem EU-Heimtierausweis darf er sofort seine Reise antreten.

„Wer die Angst überwindet, erlangt Freiheit.“ (Ralph Waldo Emerson)

Bahrein freut sich auch über liebe Paten, die seine Versorgung finanziell unterstützen.