Rubi

NameRubi
ID-NummerID 26/004
Geschlechtmännlich
Geburtsdatumgeb. ca. 04/2024
RasseEKH
Farberot getigert
Eigenschaftensozial
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ Handicaps

Ein Zufluchtsort für geschundene Huftiere wurde auch für vier herrenlose Katzen zu einer rettenden Oase. In einer Auffangstation für Esel fanden sie Unterschlupf im Stall und eine tägliche Mahlzeit. Hier gab es zwar sehr tierliebe Menschen, die sich hingebungsvoll um die grauen Langohren kümmerten, doch die teils noch scheuen Katzen liefen hier nebenher. Es war unmöglich, sie auf dem weitläufigen Gelände wirklich zu sozialisieren, da sie sich immer in sicherem Abstand zum Menschen aufhielten. Um den Samtpfoten nicht nur einen Notbehelf anzubieten, sondern ihnen eine wirkliche Chance auf ein schönes Zuhause zu geben, sprachen die Tierschützer unser Partnertierheim an und baten um Hilfe und Übernahme. Und so durfte das samtpfötige Quartett nach einer mühsamen Einfangaktion ins Tierheim umsiedeln, um dort auf die Startlinie in ein neues Leben zu treten.

Ganz klein zusammengekauert hockte der arme Rubi (geb. ca. 04/2024) in der hintersten Ecke seiner Quarantänebox. Dennoch leuchtete sein knallrotes Fell aus dem Dunkel hervor, was ihm seinen Namen einbrachte (rubi = span. Rubin). Rubi bestand nur aus Angst. Er wagte es kaum, sich zu bewegen und jedes seiner feuerroten Haare war angespannt.

Es gibt die Lebenskünstler unter den Katzen, die das Tierheim als Vorstufe zum Paradies sehen und sich über gefüllte Fressnäpfe, ein weiches Bettchen, Spielmöglichkeiten und Zuwendung riesig freuen. Ihnen gelingt es perfekt die Hektik des Tierheimalltags mit ständig wechselnder tierischer und menschlicher Gesellschaft und fernem Hundegebell ausblenden und alles positiv zu sehen. Aber es gibt auch die empfindsamen Seelchen, die in einem unsichtbaren Käfig aus Angst und Hoffnungslosigkeit gefangen scheinen und denen die psychischen Gitterstäbe immer im Weg stehen. Katzen wie Rubi, die innerlich aufgegeben haben und sich nicht vorstellen können, dass in ihrem Leben die Sonne wieder scheint.

Gerade diese sensiblen Geschöpfe geraten im Tierheim schnell in einen Teufelskreis der Unsichtbarkeit. Hier fehlt einfach die Zeit, sie behutsam so zu fördern, wie sie es bräuchten. Daher ziehen sie sich immer mehr zurück und werden von Tierheimbesuchern gar nicht erst für eine Adoption in Betracht gezogen. Das Rennen machen immer die zugänglichen und kontaktfreudigen Tiere, die offen auch auf Fremde zugehen und sich streicheln lassen. Es gibt Katzen, die jahrelang wie ein Schatten das Tierheim bewohnen, ohne wirklich wahrgenommen zu werden. Ein Schicksal, das wir Rubi keinesfalls wünschen.

Hinzu kommt, dass Rubi klar nach dem Grundsatz „Angriff ist die beste Verteidigung“ sofort nach einer Hand schlagen würde, wenn man auf ihn zugeht und ihn bedrängt. In dieser für ihn bedrohlichen Notsituation kann er nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden. Seine neuen Menschen sollten ihm Verständnis entgegenbringen, denn er meint es nie böse. Er hat einfach nur ganz furchtbare Angst. Dennoch ist Rubi an Menschen sehr interessiert und beobachtet jede Bewegung ganz genau. Neugier besitzt immer ein ausbaufähiges Potential, das man sich zunutze machen kann.

Vor Rubi liegt noch ein langer Weg vom Angsthäschen zu einem glücklichen Kater. Und diesen Weg kann er nur mit sehr lieben Menschen gemeinsam gehen, die sich der großen Herausforderung mit Hingabe und Geduld stellen möchten, einem ganz armen Samtpfötchen das zurückzugeben, was das Schicksal ihm genommen hat. Für Rubi sind echte Katzenkenner gefragt, die die Katzensprache aus dem Effeff beherrschen und immer anbieten, aber nie einfordern.

Wenn SIE sich trauen, auch einem schüchternen Katerchen eine Chance zu geben und gemeinsam mit Rubi den Weg in eine glückliche Zukunft zu gehen, dann wird auch Rubi sich trauen, zu vertrauen. Sich eine Katze wie Rubi zu „erarbeiten“ ist eine großartige Erfahrung, die einen mit Freude und Stolz erfüllt und mit einer ganz innigen Bindung und engen Beziehung belohnt.

Ganz ohne Hilfe muss man diesen Weg nicht gehen. Man kann sich von einem oder mehreren freundlichen Samtpfötchen unterstützen lassen, denn Rubi ist extrem sozial und verträglich. Die Gesellschaft anderer Katzen ist für ihn nicht nur förderlich, sondern unbedingt notwendig. Artgenossen geben ihm zusätzlich Sicherheit und er wird definitiv schneller auftauen, wenn er sich den einen oder anderen Trick im Umgang mit Menschen von einem pelzigen Begleiter abschauen könnte. Eine kleine Katzengruppe, in der er erst einmal mitlaufen kann, ohne sich im Fokus zu sehen, wäre für Rubi perfekt.

Rubi hat Angst vor einem neuen Schritt in seine Zukunft und vermutlich müssen wir ihm einen kräftigen Schubs in den Reisebus geben. Aber Augen zu und durch. Es ist eine Investition für sein Lebensglück. Rubi ist kastriert, geimpft, negativ auf FIV und FeLV getestet. Er trägt einen Mikrochip und besitzt natürlich auch einen EU-Heimtierausweis.

Die kostbarsten Schätze findet man nicht an der Oberfläche, sondern nur im Verborgenen. So wie unseren samtpfötigen Rubin.

Rubi freut sich auch über liebe Paten, die seine Versorgung finanziell unterstützen.