Ula

NameUla
ID-NummerID 26/111
Geschlechtweiblich
Geburtsdatumgeb. ca. 06/2025
RasseEKH
Farbeschwarzweiß
Eigenschaftenkeine Einzelhaltung
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ HandicapsZ.n. Hüftgelenksfraktur links

In einem Straßengraben wurde Ula (geb. ca. 06/2025) gefunden – voller Angst und voller Schmerzen.

Offensichtlich war sie angefahren worden und nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen. Nicht immer wird man einen Unfall verhindern können, wenn ein Tier plötzlich vor dem Auto auftaucht. Was man aber immer tun kann und tun muss, ist anzuhalten und zu helfen. Anstand und Verantwortungsgefühl hatte der Fahrer des Unfallwagens offensichtlich nicht besessen. Er hat Ula schwerverletzt liegenlassen und war weitergefahren. Ula wird sich mit letzter Kraft in den Graben geschleppt haben, wo sie dann liegen blieb. Wie lange sie dort leiden musste, werden wir nie erfahren. Aber die unerträglichen Schmerzen, die Kälte und die Einsamkeit müssen Ula endlos erschienen sein und an eine Rettung wird sie nicht mehr geglaubt haben.

Doch sie kam. Ula wurde völlig abgemagert, verschmutzt und mit schweren Verletzungen in die Tierklinik eingeliefert. Ihre linke Hüfte war zertrümmert und in einer aufwändigen Notoperation musste ihr linkes Hüftgelenk mit Platten und Schrauben stabilisiert werden. Einen Monat blieb sie auf der Krankenstation und wurde liebevoll aufgepäppelt, gepflegt und schließlich vorsichtig mobilisiert. Der Kontakt mit Menschen bedeutete für Ula zunächst, medizinische Maßnahmen über sich ergehen zu lassen. Auch die Schmerzen nach der Operation waren wenig geeignet, Ulas Vertrauen aufzubauen. Menschen bedeuteten zwar auch leckeres Fresschen und Streicheleinheiten, doch Ula war einfach noch weit davon entfernt, sie wirklich genießen zu können. So duldete sie Berührungen anfangs nach und nach aber für uns war auch das bereits ein großer Fortschritt.

Ulas Wohlbefinden stieg erst sichtlich, als sie nach der langen einsamen Rekonvaleszenzzeit endlich in ein Katzengemeinschaftszimmer umziehen durfte und unter Artgenossen war. In ihrer Gesellschaft findet sie Trost, in ihrer Nähe findet sie Sicherheit und beides ist für ihren Genesungsprozess viel wichtiger, als Medikamente es je sein könnten. Andere Katzen sind für Ula die beste Medizin und sie beginnt in der Gruppe, schon etwas neugieriger zu werden. Hier wird sie auch im gemeinsamen Spiel wieder kräftiger und mobiler werden, obwohl sie sich bereits jetzt ohne Einschränkungen bewegen kann.

Bei Menschen ist Ula noch zurückhaltend. Sie toleriert es, wenn man sich ihr nähert und sie streichelt, doch so ganz geheuer ist ihr das nicht. In der allgemeinen Unruhe eines Tierheimalltags ist es natürlich auch schwer, zarte Vertrauensbande zu knüpfen und zu festigen. In der Geborgenheit eines richtigen Zuhauses wäre das sehr viel leichter und schneller möglich. Ula braucht feste Bezugspersonen, die ihr das Gefühl vermitteln, nicht bedrängt zu werden. Weniger ist am Anfang einfach mehr und so sollte man nur sachte anbieten, aber niemals aufdrängen. Ein ruhiger Haushalt mit geregelten Abläufen wäre für Ula das Beste. Gemütliche Rückzugsorte gehören zu einem zukünftigen Paradies genauso dazu, wie aufregendes Spielzeug oder ein gesicherter Balkon, um Ulas Neugier zu fördern und sie dazu zu animieren, ihre neue kleine Welt zu entdecken und in Beschlag zu nehmen.

Die Eingewöhnungsphase muss man nicht ohne Hilfe durchmachen. Freundliche und menschenbezogene Artgenossen sind das perfekte Hilfsmittel, um Ula die Umstellung leicht zu machen und ihr zu zeigen, dass Angst nun für immer der Vergangenheit angehört. Ula kann natürlich auch gerne ein vertrautes Samtpfötchen mitbringen, um gemeinsam auf die Reise zu gehen.

Ula wird durch den langen Transport sicherlich etwas verunsichert und verängstigt sein und die ersten Tage auf Tauchstation gehen. Doch bald wird sie zugeben, dass das die beste Investition ihres Lebens für eine glückliche Zukunft war.

Ula ist bereits kastriert, geimpft, gechipt, negativ auf FIV und FeLV getestet und hat die Operation sehr gut überstanden. Die Implantate müssen nicht entfernt werden, so dass ein weiterer operativer Eingriff nicht geplant ist.

Der Name Ula hat in unterschiedlichen Sprachen verschiedene Bedeutungen:

Im Slawischen steht er für „die kleine Bärin“. Im Altnordischen bedeutet er „die Liebliche“. Die Kelten beschrieben mit Ula einen wertvollen Schatz und im Lateinischen kennzeichnete Ula einen guten weiblichen Geist.

Auf unsere Ula passen alle Bezeichnungen. Sie ist ein liebliches Geschöpf, besitzt die innerliche Stärke einer Bärin, ist ein wertvolles gerettetes Leben und wird der gute Geist in ihrem neuen Zuhause sein.

Ula freut sich auch über liebe Paten, die ihre Versorgung finanziell unterstützen.