Anubis

NameAnubis
ID-NummerID 22/108
Geschlechtmännlich
Geburtsdatumgeb. ca. 06/2020
RasseHalblanghaar-Mix
Farbeschwarz
Eigenschaftensozial
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ Handicapss. Text

Mitte Juni 2022 gelang es der spanischen Polizei einer grausamen Tierquälerei ein Ende zu setzen. Ein Tierkrematorium hatte den entscheidenden Hinweis geliefert, nachdem regelmäßig komplett ausgeblutete Hunde und Katzen dort abgegeben worden waren. Auf einem abgelegenen Bauernhof wurde jahrelang eine illegale Tierblutbank betrieben. Die Tiere wurden dort unter unvorstellbaren Haltungsbedingungen zusammengepfercht und als Blutspender missbraucht. Das unter unhygienischen Bedingungen entnommene Blut wurde an Tierkliniken und Tierarztpraxen im In- und Ausland geliefert und damit ein Millionengeschäft gemacht. 300 Tiere – Hunde, Katzen und Kaninchen – konnten beschlagnahmt und auf verschiedene Tierschutzorganisationen verteilt werden.

Alle Tiere befanden sich in einem katastrophalen Gesundheits- und Ernährungszustand und mussten intensiv behandelt und gepflegt werden. Und leider kam für einige die Rettung zu spät.

Anubis (geb. ca. 06/2020) war sehr schwach, unterernährt und dehydriert, als er in die tierheimeigene Tierklinik eingeliefert wurde. Er litt unter starken Durchfällen, sein Fell war schütter und zeigte Kahlstellen und zwischen seinen Hinterbeinen klaffte eine riesige Wunde. Ob er sich verletzt hatte oder eher misshandelt wurde – vermutlich möchten wir den wahren Ursprung seiner Wunde gar nicht kennen. Auch wenn eine Narkose bei einem so geschwächten Tier immer ein großes Risiko birgt, musste Anubis sofort operiert werden. Die Wunde konnte operativ verschlossen werden und der Heilungsprozess verlief zufriedenstellend.

Die offensichtlich noch schwerere Verletzung hatte Anubis Seele davongetragen. In seinen ängstlichen Augen konnte man ablesen, wie viel Leid er hatte sehen müssen. Seine geduckte und zusammengekauerte Körperhaltung zeigte, welche Ängste er hat ausstehen müssen. Die leider erforderlichen Behandlungen wie Infusionen und Wundbehandlungen trugen nicht gerade zur Vertrauensbildung bei und erinnerten ihn vermutlich an die durchlittenen Qualen. Ihn so unglücklich zu sehen, schnitt einem direkt ins Herz.

Heilung kann er nur durch viel Geduld und Liebe erfahren. Anubis gehört zu den ängstlichen Katzen, die besser auf einer ruhigen Pflegestelle, noch viel besser in einem geborgenen Zuhause aufgehoben wären, als im unruhigen Tierheim. Doch zumindest kümmern sich freiwillige Helferinnen um diese Angsthäschen, indem sie sanft mit ihnen reden und ihnen zeigen, dass die Zeiten der Quälerei vorbei sind. Anbieten aber nicht aufdrängen ist die wirksamste Medizin.

Die „Gesprächstherapie“ zeigt inzwischen Wirkung. Immer öfter nimmt Anubis seinen ganzen Mut zusammen und lässt sich streicheln und macht damit einen riesigen Sprung in die richtige Richtung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es „Klick“ macht und er sich ganz vertrauensvoll öffnen kann.

Anubis braucht dringend ein liebevolles Zuhause, wo man ihm mit Ruhe und Geduld begegnet und ihm die Zeit zugesteht, die er braucht, um seine schlimme Vergangenheit zu bewältigen.

Hilfreich wären soziale und freundliche Artgenossen, die ihn dabei unterstützen können. Die Katzengruppe sollte nicht zu groß sein, um Anubis nicht zu überfordern und in den Hintergrund treten zu lassen. Ein menschenbezogenes Samtpfötchen, das ihm das Genießen von Zuwendung und menschlicher Nähe vorlebt, wäre für Anubis perfekt.

Rückzugsmöglichkeiten wie kuschlige Höhlen vermitteln Sicherheit. Und spannendes Spielzeug oder frische Luft auf einem abgenetzten Balkon helfen sicherlich dabei, ihn neugierig zu machen und herauszulocken.

Anubis ist kastriert, geimpft, gechipt und negativ auf FIV und FeLV getestet. Seine Wunde ist gut verheilt und sein Durchfall vorbei. Sein ursprünglich schütteres und zerzaustes Fell ist dank eines guten und vitaminreichen Futters ist mittlerweile nicht nur dichter und schöner, sondern auch länger geworden und lässt bereits erahnen, was für ein prachtvoller Panther einmal aus ihm werden wird. Besonders putzig sind seine weißen Backenhaare, die einen unverwechselbaren Akzent setzen.

Der Name Anubis stammt aus der altägyptischen Mythologie. Anubis, der in der Gestalt eines schwarzen Schakals dargestellt wurde, war der ägyptische Totengott, der die Aufgabe hatte, die Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise zu den Ufern des Eridanus, der Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und dem Jenseits, zu begleiten.

Fast hätte unser Panther Anubis selbst diese Grenze überschreiten müssen. Begleiten Sie ihn jetzt auf seiner Reise zurück zu den Lebenden.

Anubis freut sich auch über liebe Paten, die seine Versorgung finanziell unterstützen.