Mazapan

NameMazapan
ID-NummerID 22/017
Geschlechtmännlich
Geburtsdatumgeb. ca. 04/2020
RasseEKH
Farberot getigert
Eigenschaftensozial
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ Handicaps

Animal Hoarding fügt Tieren großes Leid zu. Gepaart mit dem Diogenes-Syndrom, einer psychischen Störung, bei der die betroffenen Menschen ihre eigene Pflege und Versorgung und die ihres Zuhauses massiv vernachlässigen, schafft es für Mensch und Tier eine unzumutbare Hölle. Leider wurde von den Haltern keine Hilfe von außen zugelassen, so dass letztlich die Polizei eingreifen und das Haus räumen musste.

Die evakuierten Tiere wurden an mehrere Tierschutzvereine verteilt und auch unser spanisches Partnertierheim nahm viele von ihnen auf.

Über die genaue Vorgeschichte der Katzen ist nichts bekannt, aber es bleibt zu befürchten, dass einige vermutlich ihr ganzes Leben in Dreck, Müll und Vernachlässigung verbringen mussten. Entsprechend tiefe Furchen haben diese furchtbaren Zustände auch in den zarten Katzenseelen hinterlassen.

Alle Katzen waren sehr traumatisiert und hochängstlich. Aber dennoch zeigte keine von ihnen Zeichen von Aggressivität oder Abwehr wie Fauchen, Knurren oder Kratzen. Sie versuchten sich einfach ganz klein und unsichtbar zu machen und wagten kaum zu atmen.

Besonders erstaunlich war, dass sie vorsichtige Berührung und zarte Streicheleinheiten duldeten. Noch sind sie weit davon entfernt, diese schätzen oder gar genießen zu können, doch dies ist die beste Voraussetzung für einen Vertrauensaufbau.

Auch Mazapan (geb. ca. 04/2020) versuchte sich eine Tarnkappe aufzusetzen. Die wichtigste Therapie für einen Vertrauensaufbau sind vorsichtige und sanfte Streicheleinheiten und ruhige Ansprache. Mazapan machte sich zunächst ganz steif und ließ die ungewohnte Berührung tapfer über sich ergehen. Doch steter Tropfen höhlt bekanntermaßen den Stein und so ist es wichtig, dem armen Schatz zu zeigen, dass ihm nichts Schlimmes mehr passiert.

Für Mazapan suchen wir Menschen mit Geduld und Katzenerfahrung, die sich der Aufgabe annehmen möchten, einem armen Samtpfötchen zu zeigen, dass nun ein neues Leben beginnt und unter die traurige Vergangenheit ein ganz dicker Schlussstrich gezogen wird.

Das neue Zuhause sollte auf jeden Fall ruhig sein und Mazapan Rückzugsmöglichkeiten bieten, damit er sich sicher fühlen kann. Sanft anbieten aber nicht aufdrängen und ihn sein eigenes Tempo bestimmen lassen, sind der Schlüssel zum Erfolg.

Ein freundliches und menschenbezogenes Samtpfötchen im neuen Zuhause wäre eine wertvolle Integrationshilfe, denn von ihm kann sich unser Mazapan die eine oder andere Nachhilfestunde geben lassen. Mazapan ist sehr sozial und mit Artgenossen verträglich.

Nach der langen Zeit in Dunkelheit und Dreck wäre ein Sonnenplatz auf einem gesicherten Balkon oder einem abgenetzten Fenster ganz wunderbar, um die dunklen Wolken der Vergangenheit zu vertreiben.

Mazapan ist bereits kastriert, geimpft, gechipt und negativ auf FIV und FeLV getestet. Mit seinem EU-Reisepass könnte er sich sofort auf die Reise ins Glück begeben.

Auch, wenn der Weg mit einem schüchternen Tier ein wenig länger ist, so ist das Gefühl, am Ziel anzukommen, umso großartiger und man kann zurecht stolz darauf sein. Gerade diese Samtpfötchen springen einem ganz besonders tief ins Herz.


Mazapan  (span. = Marzipan) erhielt wie auch seine anderen Leidensgenossen einen „süßen“ Namen, um den bitteren Geschmack seiner traurigen Vergangenheit schnell zu vergessen.


Mazapan freut sich auch über liebe Paten, die seine Versorgung finanziell unterstützen.