Enki

NameEnki
ID-NummerID 22/101
Geschlechtmännlich
Geburtsdatumgeb. ca. 06/2019
RasseEKH
Farberot getigert / weiß
Eigenschaftensozial, hundeverträglich
HaltungsformWohnungshaltung
Krankheiten/ Handicapss. Text

Mitte Juni 2022 gelang es der spanischen Polizei einer grausamen Tierquälerei ein Ende zu setzen. Ein Tierkrematorium hatte den entscheidenden Hinweis geliefert, nachdem regelmäßig komplett ausgeblutete Hunde und Katzen dort abgegeben worden waren. Auf einem abgelegenen Bauernhof wurde jahrelang eine illegale Tierblutbank betrieben. Die Tiere wurden dort unter unvorstellbaren Haltungsbedingungen zusammengepfercht und als Blutspender missbraucht. Das unter unhygienischen Bedingungen entnommene Blut wurde an Tierkliniken und Tierarztpraxen im In- und Ausland geliefert und damit ein Millionengeschäft gemacht. 300 Tiere – Hunde, Katzen und Kaninchen – konnten beschlagnahmt und auf verschiedene Tierschutzorganisationen verteilt werden.

Alle Tiere befanden sich in einem katastrophalen Gesundheits- und Ernährungszustand und mussten intensiv behandelt und gepflegt werden. Und leider kam für einige die Rettung zu spät.

Enki (geb. ca. 06/2019) hatte Glück. Er gehörte zu den Katzen, die vor dem sicheren Tod bewahrt werden konnten.

Enki war wie alle Blutbankopfer klapperdürr und obwohl er gut futterte, nahm er einfach nicht zu. Die Befürchtung, dass er möglicherweise einen Tumor hätte, konnte in einer Sonografie jedoch nicht bestätigt werden. Enki zog in ein Gemeinschaftszimmer und obwohl er sich in der Katzengruppe sehr wohl fühlte, verhielt er sich doch sehr ruhig und kam einfach nicht so recht zu Kräften. Im November 2022 erkrankte er an einer schweren Virusinfektion, zeigte neurologische Auffälligkeiten und konnte sich nicht mehr aufrichten. Sein Gesundheitszustand war äußerst kritisch und es stand auf Messers Schneide. Die sofort eingeleitete Therapie schlug zum Glück nach wenigen Tagen gut an und dank der intensivmedizinischen Behandlung, konnte Enki bald in eine Pflegestelle umziehen.

Wie viele seiner Leidensgenossen erhielt er den Namen einer Gottheit, um ihm Kraft und gute Wünsche für sein neues Leben mit auf den Weg zu geben. Möglicherweise hat sein Namensgeber Enki, der sumerische Gott der Weisheit, ihm dazu geraten, die mehrmonatige unangenehme Therapie brav über sich ergehen zu lassen. Eine kluge Entscheidung, denn Enki machte große Fortschritte. Er bekam endlich wieder das eine oder andere Gramm auf die Rippen, konnte sich wieder bewegen und sogar sein ursprünglich blasses Fell zeigte wieder kräftig Farbe. Geblieben ist eine leichte Ataxie, die ihn aber nicht stört.

Enki besitzt einen sanften und ruhigen Charakter. Altersentsprechend lässt er sich zwar schon mal mit einer Spielangel locken, seine wahre Leidenschaft sind aber die gemütlichen Kuschelstunden. Mit anderen Katzen versteht er sich ausgezeichnet, da er auch in seiner Vergangenheit immer in großen Gruppen gelebt hat. Doch sollten seine Katzenfreunde nicht zu stürmisch und keinesfalls dominant sein. Sogar vor einer ruhigen älteren Katzendame in seiner Pflegestelle hatte er anfangs ein wenig Bammel.

Nach seiner langen Krankheits-Odyssee wird es für Enki nun endlich Zeit, in seinen Zielhafen einzulaufen und seinen Anker zu setzen. Für seine Reise ist er gut gerüstet. Enki ist kastriert, geimpft, gechippt und negativ auf FIV und FeLV getestet und sein EU-Reisepass ist auch bereits mit an Bord.

Es wird eine weise Entscheidung sein, einem pelzigen Weisheitsgott ein Zuhause zu schenken.


Enki ist am 05.01.2024 in sein Zuhause gezogen.